Backstage
Deutschland, wir kommen!
Drei Sänger*innen aus Deutschland im Interview

Die Schweizer und die Deutschen – sind sie jetzt praktisch gleich oder total verschieden? Bevor sich der Schweizer Jugendchor über den Rhein traut und in den Norden Richtung Hannover, Leipzig und Berlin reist, haben wir einmal bei unseren SJC-Deutschen Caroline, Annika und Nick nachgefragt, was sie über die Reise in ihre alte Heimat denken.

«Die Deutschen und die Schweizer stehen sich sehr nahe; sie sind nur durch die totale Verschiedenheit der Sprache getrennt» – Alt Ständerat Raymond Broger.


Caroline, du lebst seit 2016 in der Schweiz, davor hast du in Stuttgart gelebt. Erinnerst du dich an einen Kulturschock?
Caroline: Ich erinnere mich, dass ich etwa zwei Wochen lang kein Wort verstanden habe, danach ging es. An einen Kulturschock erinnere ich mich nicht, ich habe aber im Laufe der Jahre eher schleichend Mentalitätsunterschiede festgestellt. Die Deutschen sind direkter als die Schweizer und damit manchmal effizienter in der Kommunikation, dafür empfinde ich die Schweizer als freundlicheres Umfeld.

Nick, wie war das für dich, erinnerst du dich, als du das erste Mal hierherkamst?
Nick: Ich bin 2014 von München nach Zürich gezogen, das erste, was mir natürlich aufgefallen ist, sind die Sprache und die hohen Preise. Vieles anderes kam erst später. Was mir zum Beispiel geblieben ist: Wenn man mit Schweizern essen geht und es hat ein letztes Stück auf dem Teller, dann kämen die Schweizer nie auf die Idee, das einfach so zu nehmen. Sie beäugen es dann längere Zeit und warten, aber ich hab keine Ahnung, worauf.

Annika, du bist in Bad Säckingen quasi an der Grenze zur Schweiz aufgewachsen. Gibt es trotzdem Unterschiede, die du festgestellt hast?
Annika: Ich denke, die Unterschiede zwischen dem Baselbiet und dem Alemannischen sind nicht so gross, aber ich studiere jetzt in Bern und dort ist es ziemlich anders, vor allem unter Student*innen. In Deutschland ist es sehr normal, dass man zum Studieren weit  wegzieht, hier bleibt man eher zuhause. Man gewöhnt sich aber schnell dran, das  Einzige, was ich bis heute nicht verstehe, ist dieser seltsame Streit zwischen Coop- und Migros-Kindern

Wir haben bei dieser Tournee die Möglichkeit, andere Chöre kennenzulernen und dürfen auch mit dem MDR-Kinderchor auftreten. Was ratet ihr dem Schweizer Jugendchor für die «internationale Zusammenarbeit»?
Nick: Da müssen wir uns keine grossen Sorgen machen. Einfach Spass haben und auf die Leute zugehen, so wie wir das jetzt schon machen.
Caroline: Der SJC ist ein sehr zugänglicher Haufen, das wird sicher ein toller Austausch. Wenn wir nicht alle fünf Minuten alle dazu auffordern, mal «Chuchichästli» zu sagen, wird alles gut.
Annika: Ich verstehe mittlerweile die Schweizer Sicht ziemlich gut und merke immer mehr, wo viele Klischees herkommen, das ist schon ziemlich lustig. Ich glaube aber, dass der Schweizer Jugendchor da wenig Übersetzungsprobleme haben wird – vielleicht sollte man sich einfach nicht wundern, wenn Schweizerdeutsch oder Französisch nicht ganz überall verstanden wird.

Bald fahren wir los. Worauf freut ihre euch am meisten?
Annika: Auf jeden Fall auf die Reise mit dem Chor, man lernt sich auf einer Reise noch einmal völlig anders kennen. Und natürlich auf die Städte: In Hannover kommen vielleicht sogar Freunde von mir zum Konzert. Und ich war noch nie in Leipzig, deshalb freue ich mich besonders darauf.
Nick: Ich freu mich auch sehr darauf, mit dem SJC unterwegs zu sein. Auch bin ich sehr gespannt, wie das deutsche Publikum auf uns und die klassisch schweizerischen Sachen reagieren wird, gerade mit dem neuen Tenue und den vielen Volksliedern im Programm.
Caroline: Ich freu mich auch sehr auf das deutsche Publikum, das immer sehr enthusiastisch ist. Musik hat in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert, auch in den kleineren Orten.


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